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L’Orfeo Favola in Musica Musik: Claudio Monteverdi / Libretto: Alessandro Striggio (Mantua, 1607)
Die Uraufführung von Monteverdis berühmtem L’Orfeo 1607 in Mantua gilt als die Geburtsstunde der Gattung ‚Oper’ schlechthin. Im Bemühen seiner Zeit
um die Wiederbelebung des antiken griechischen Dramas im Geiste der modernen Renaissance vertonte Monteverdi in unnachahmlicher Weise den bekannten Mythos des archetypischen Sängers Orfeus (ital. Orfeo). Orfeus
verschafft sich mit seinem betörenden Gesang Eintritt in die Unterwelt, um seine zu Tode gekommenen Braut Eyridike wieder ins Leben zurückzuholen. Er gerät dabei in tödlichen Konflikt mit der göttlichen Weltordnung.
Monteverdis L’Orfeo ist ein großartiges Werk über die Macht der Musik, die Liebe und den Tod, aber ebenso über die Bedingungslosigkeit künstlerischen Schaffens und die Ohnmacht des Künstlers in der Welt.
Zum krönenden Abschluss des großen Jubiläums dieser berühmten Oper präsentierten wir eine eigenwillige und unmittelbar aus dem Stoff abgeleitete Lesart dieses ersten wahren Musikdramas: Der Essenz des
orfeischen Mythos nachspürend, stand die Musik selbst im Mittelpunkt des Geschehens. Das große und farbenprächtige Orchester auf historischen Instrumenten musizierte daher unverdeckt auf offener Bühne, die
Entstehung der Musik war stets sichtbar, die Instrumentalisten als den Sängern ebenbürtige Akteure inszeniert. Auch der Dirigent agierte mitten in der Szene und folgte als zeitgenössisches Alter Ego des Orfeo seinem
archetypischen Vorbild über die üblichen Grenzen hinaus in musikalische und szenische Höhen und Tiefen.
Diese Interpretation knüpfte damit auch an (wahrscheinliche) Bedingungen der Uraufführung an. Auch damals gab es keine räumliche Trennung zwischen Orchester und Darstellern im heutigen Sinne, der
Orchestergraben wurde erst ca. 30 Jahre später erfunden. Wie bei der Uraufführung übernahmen die meisten Solisten nicht nur jeweils mehrere Partien, sondern auch die Chöre, die damit unmittelbarer Teil der tragenden
Handlung wurden
Mit diesem Ansatz, Musik über die Musik zu machen und das Spiel in einem Spiel neu zu spielen, geht es letztlich darum ernst zu machen mit dem orfeischen Ruf seiner Kunst bedingungslos zu folgen, wohin
sie einen auch führen mag.
Besetzung:
Musikalische Leitung: Hans Huyssen, Regie: Julia Wahren, Kostüme: Barbara Fumian, Maske: Anneliese Hartmann, Licht: Gerrit Jurda, Regieassistenz: Christian Gnasmüller, Musikdramaturgie: Jörg Them,
Produktionsassistenz: Annette Sturm, Technik/Beleuchtung: Uli Eisenhofer, Plakat / Fotos: Hermann Posch, Produktion: Eike Grunert
mit: Mirko Guadagnini (Orfeo), Stephanie Krug (La Musica, Euridice), Martina Koppelstetter (Messagiera, Proserpina), Tobias Pfülb (Caronte, Plutone), Daniel Karrasch (Pastore, Spirito), Jochen
Schmidt (Pastore, Spirito), Anne Marie Dragosits (Cembalo, Orgel, Regal), Swantje Hoffmann, Julia Hanke (Violine), Barbara Hofmann (Violone, Gambe), Uwe Grosser (Laute, Chitarrone), Gerhard Schneider (Posaune),
Bernhard Rainer (Posaune), Christian Kramer (Posaune), Johannes Giesinger (Posaune, Colascione), Arno Paduch (Zink), Friederike Otto (Zink), Felix Stross (Cello), Reinhild Waldek (Harfe, Gambe, Flöte), Maria Büchl
(Flöte)
Die Vorstellungen im Cuvilliés-Theater München am 19. und 20. November 2008 waren eine Veranstaltung der GbR Ensemble cosi facciamo in Zusammenarbeit mit dem Marini Consort Innsbruck, mit Unterstützung der Kulturstiftung der Stadtsparkasse München.
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